Was ist Ausbluten? Ursachen, Folgen und Schutzmaßnahmen

Ausbluten bezeichnet nach DIN 55945 das unerwünschte Durchschlagen von löslichen Bestandteilen aus dem Untergrund, einer vorherigen Beschichtung oder färbenden Substanzen in die nachfolgende Farbschicht. Dieses Phänomen kann zu Fleckenbildung, Verfärbungen oder Haftungsproblemen führen.

Typische Ursachen für Ausblutungen

🔹 Fehlende oder ungeeignete Grundierung – Kein ausreichender Isolierschutz zwischen Untergrund und Deckbeschichtung
🔹 Feuchtigkeitsmigration – Wasser löst Substanzen im Untergrund, die dann in die Farbschicht aufsteigen
🔹 Chemische Reaktionen – Wechselwirkungen zwischen Beschichtung und färbenden Inhaltsstoffen im Untergrund
🔹 Lösemittelhaltige Farbsysteme – Können bestehende Farbstoffe im Untergrund anlösen und herausziehen

Beispiele für typische Ausblutungen

🛑 Rostdurchschläge – Rostpartikel aus Metallflächen oder alten Lackschichten erscheinen in der neuen Farbe
🌳 Holzausblutungen – Gerbstoffe aus tropischen Hölzern oder Ästen verursachen braune Flecken
🛢 Teer & Bitumen – Lösen sich bei Kontakt mit Farben und verursachen dunkle Flecken
🚬 Nikotin & Ruß – Vergilbung und ungleichmäßige Verfärbungen durch Rauchablagerungen
📄 Holzspanplatten & MDF – Inhaltsstoffe aus Rinde und Bindemitteln treten durch die Farbe hindurch

Folgen von Ausblutungen

Optische Beeinträchtigungen – Flecken, Verfärbungen und ungleichmäßige Farbverläufe
Reduzierte Deckkraft – Trotz mehrerer Anstriche bleibt die Verfärbung sichtbar
Beeinträchtigte Haftung – Durchwandernde Substanzen können die Haltbarkeit der Beschichtung reduzieren
Schlechte Schutzwirkung – Besonders bei Außenanstrichen kann die Widerstandsfähigkeit verringert werden

Wie kann man Ausbluten verhindern?

Isolier- und Sperrgrund verwenden – Spezielle Sperrgrundierungen (lösemittelhaltig oder wasserbasiert) verhindern das Durchschlagen
Geeignete Vorbehandlung des Untergrunds – Reinigung, Schleifen und Entfernen alter Rückstände
Ausreichende Trocknungszeiten beachten – Damit lösliche Stoffe nicht mehr aktiv migrieren können
Beschichtungssysteme richtig abstimmen – Passende Grundierungen und Deckanstriche für problematische Untergründe wählen
Mehrschichtige Anstrichsysteme nutzen – Kombination aus Grundierung, Sperrgrund und Decklack für maximale Sicherheit

Fazit

Das Ausbluten von Substanzen in Farbschichten ist ein häufiges Problem in der Malerei und Beschichtungstechnik. Besonders bei schwierigen Untergründen wie Holz, Metall oder alten Wandanstrichen sollte ein hochwertiger Isolier- oder Sperrgrund eingesetzt werden, um unerwünschte Verfärbungen und Fleckenbildung zu vermeiden.

📌 Ausbluten Farbe verhindern, Isoliergrund gegen Flecken, Holzverfärbungen bei Anstrichen, Nikotin durch Farbe sperren, Rostdurchschläge vermeiden, Sperrgrund für Holz

Durchlagen (Durchbluten, Ausbluten)

Ausbluten entsteht durch die Diffusion eines Stoffes aus dem Untergrund, wie z. B. Holzinhaltsstoffe. Das kann zu Farbtonveränderungen der Beschichtung führen.

Ausbluten ist nach DIN 55945 das Sichtbarwerden von (löslichen) Bestandteilen aus dem Untergrund, aus einer vorhergehenden Beschichtung oder von färbenden Bestandteilen ganz allgemein, die in die nachfolgende Beschichtung wandern. Beispiele hierfür sind Rostdurchschläge bei einer Dispersionsfarbe, Ausblutungen löslicher Bestandteile tropischer Hölzer, von Ästen und Rindenanteilen bei Holzspanplatten, Teer, Bitumen, Öl und Nikotin. Diffusion eines Farbmittels vom Substrat in oder durch eine Beschichtung, die eine unerwünschte Fleckenbildung oder Farbveränderung hervorruft (DIN EN ISO 4628, Punkt 2.27) Verhindert werden kann Ausbluten durch Aufbringen eines lösemittelhaltigen oder wässrigen Isolier- oder Sperrgrundes, der einen porenfreien Film ergeben muß und je nach der zu abzusperrenden Substanz ausgewählt wird.

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