Was sind Bindemittel? Bedeutung und Anwendung in Farben
Bindemittel sind in der Regel zähflüssige Substanzen, die dazu dienen, Pigmente und andere Bestandteile einer Farbe zu binden und auf einem Untergrund haften zu lassen. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Farbchemie, da sie die Haftung, Elastizität, Trocknungszeit und Beständigkeit der Farbe beeinflussen.
Zusammensetzung von Farben:
Eine klassische Farbe setzt sich aus den folgenden Hauptbestandteilen zusammen:
✅ Bindemittel – sorgt für die Haftung und Beständigkeit.
✅ Pigmente – geben der Farbe ihren Farbton.
✅ Lösemittel oder Wasser – regeln die Viskosität und Trocknungszeit.
✅ Zusatzstoffe – verbessern spezifische Eigenschaften wie UV-Schutz oder Schimmelresistenz.
Arten von Bindemitteln und ihre Anwendungen:
🔹 Acryl- und Kunstharzbindemittel – häufig in Dispersionsfarben für Innen- und Außenanstriche.
🔹 Silikatbindemittel – atmungsaktive Farben für mineralische Untergründe.
🔹 Ölbindemittel (z. B. Leinöl) – für Künstlerfarben und traditionelle Holzschutzfarben.
🔹 Kalk- und Leimbindemittel – für ökologische und historische Anstriche.
🔹 Epoxid- und Polyurethan-Bindemittel – in Lacken für besonders strapazierfähige Beschichtungen.
Bedeutung der Bindemittel für die Farbauswahl:
📌 Haftung: Je nach Untergrund (Putz, Holz, Metall) sind unterschiedliche Bindemittel erforderlich.
📌 Widerstandsfähigkeit: Außenfarben benötigen UV- und wetterbeständige Bindemittel.
📌 Elastizität: Wichtig für rissüberbrückende oder flexible Anstriche.
📌 Ökologische Aspekte: Wasserbasierte Farben sind umweltfreundlicher als lösemittelhaltige Produkte.
Fazit:
Das Bindemittel ist der wichtigste Bestandteil einer Farbe, da es die Qualität, Beständigkeit und Anwendbarkeit maßgeblich bestimmt. Je nach Einsatzbereich werden verschiedene Bindemitteltypen verwendet, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
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Bindemittel sind in der Regel zähflüssige Stoffe, die andere Stoffe binden und auf einem Untergrund verkleben.
Farben bestehen hauptsächlich aus einem Bindemittel, einem Pigment und Lösemittel. Je nach Anwendungsgebiet und Farbe werden unterschiedene Bindemittel eingesetzt.
Verschiedene Bindemittel, ihre Eigenschaften und Verwendungszwecke
Wasserlösliche Bindemittel
Casein:
Casein ist ein wichtiger Eiweißbestandteil der Milch, dient mit gelöschtem Kalk zur Herstellung von Caseinfarben.
Dextrin:
Dextrin können Sie durch Säurebehandlung und Rösten aus Kartoffel- oder Maisstärke gewinnen. Das Bindemittel ist, wie die Stärke, aus vielen aneinander hängenden Traubenzuckermolekülen aufgebaut und ein wichtiges Bindemittel für Aquarellfarben.
Gelöschter Kalk:
Gelöschter Kalk wird durch das Brennen von Kalk und nachträglichem “Ablöschen” mit Wasser gewonnen. Beim Vermischen mit einem Pigment
(z. B. mit Titandioxid) erhält man eine weiße Wandfarbe. Im Laufe der Zeit wandelt sich der gelöschte Kalk (Kalciumhydroxid) unter Aufnahme von Kohlendioxid in harten Kalk (Kalciumcarbonat) um.
Ölige Bindemittel
Leinöl:
Leinöl ist ein aus Leinsamen durch Extraktion und Kaltpressung gewonnenes pflanzliches Öl, welches einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren enthält. Diese oxidieren an der Luft und polymerisieren zu einem festen Harz. Leinöl ist das wichtigste Bindemittel für Ölfarben und wasserlösliche Lacke.
Harzige Bindemittel
Gummi Arabicum:
Gelbliches, durchsichtiges Harz, das aus einer Akazienart gewonnen wird. Es dient zur Herstellung von Klebstoffen und ist neben Dextrin das wichtigste Bindemittel für Aquarellfarben.