Fogging („Magic Dust“): Ursachen, Auswirkungen & Lösungen

Fogging-Effekt, auch bekannt als „Magic Dust“, bezeichnet das plötzliche Auftreten von schwarzen, rußähnlichen Ablagerungen an Wänden, Decken, Fenstern, Steckdosen und Möbeln. Die Ablagerungen sind nicht mit gewöhnlichem Hausstaub zu verwechseln, da sie innerhalb weniger Tage oder Wochen entstehen und oft im Sommer verschwinden – nur um im nächsten Winter wiederzukommen.


1. Ursachen für Fogging: Warum entsteht der schwarze Belag?

Forscher haben verschiedene Ursachen für das Phänomen identifiziert. Der Hauptauslöser ist eine Kombination aus Weichmachern, Lösemitteln und Staubpartikeln, die sich in der Raumluft befinden. Besonders betroffen sind modern sanierte oder neu eingerichtete Wohnungen, da hier eine hohe Konzentration an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) auftreten kann.

🔹 Hauptfaktoren für Fogging:
Weichmacher & Lösemittel – Enthalten in Wandfarben, Lacken, Teppichen, Möbeln, Laminat & Kunststoffen
Elektrostatische Aufladung – Kunststoffoberflächen & Textilien können Staubpartikel anziehen
Ungünstige Luftzirkulation & hohe Luftfeuchtigkeit – Besonders in dicht gedämmten Gebäuden ohne ausreichende Lüftung
Temperaturunterschiede im Winter – Verstärken Ablagerungen durch Kondensationseffekte
Kamin- & Kerzenruß – Kombiniert mit VOCs kann er sich stärker an Oberflächen ablagern


2. Welche Räume sind besonders betroffen?

🏠 Neu sanierte oder frisch renovierte Räume mit neuen Möbeln, Farben oder Bodenbelägen
🏠 Wohnungen mit Kunststofffenstern & dichter Dämmung (geringe Luftzirkulation)
🏠 Räume mit häufigem Einsatz von Duftkerzen, Kaminöfen & Laserdruckern

📌 Tipp: Fogging tritt oft im ersten Winter nach einer Renovierung oder einem Neubezug auf.


3. Gesundheitsrisiken: Ist Fogging gefährlich?

Fogging ist kein Schimmel und auch keine direkte Gesundheitsgefahr, jedoch können die enthaltenen Weichmacher & VOCs langfristig die Raumluftqualität verschlechtern. Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Allergien könnten empfindlicher reagieren.

Anzeichen für schlechte Luftqualität:
❌ Kopfschmerzen
❌ Reizungen der Atemwege
❌ Müdigkeit & Unwohlsein


4. Wie kann man Fogging verhindern & beseitigen?

Lüften & Luftaustausch optimieren – Mindestens 3-mal täglich Stoßlüften
Hochwertige Farben & Materialien verwenden – Auf lösemittel- & weichmacherfreie Produkte achten
Elektrostatische Aufladung reduzieren – Natürliche Textilien & Holz statt Kunststoff wählen
Kerzen, Kaminöfen & Laserdrucker meiden – Rußpartikel minimieren
Sorgfältige Reinigung – Oberflächen mit alkalischen Reinigungsmitteln abwischen

🔹 Ablagerungen entfernen:
Mildes Reinigungsmittel & Mikrofasertücher
Alkalische Reiniger (z. B. Soda-Lösung) gegen schmierige Ablagerungen
Dispersionsfarben mit hoher Deckkraft bei hartnäckigen Flecken

📌 Langfristige Lösung: Professionelle Raumluftanalyse durchführen lassen, falls das Problem anhält.


5. Fazit: Ist Fogging vermeidbar?

Ja, durch eine bewusste Materialwahl, regelmäßiges Lüften & Luftreinigung kann das Risiko von Fogging stark reduziert werden. Besonders nach einer Renovierung sollten schadstoffarme Farben, Lacke & Möbel verwendet werden.

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Unter Fogging (“Magic Dust”) versteht man plötzlich auftretende schwarze Flecken und rußähnliche, schwarzgraue und ölig schmierige Ablagerungen auf Tapeten, Fensterrahmen, Gardinen, Steckdosen, Lichtschaltern, Fliesen und/oder Einrichtungsgegenständen. Es handelt sich nicht um normale Verschmutzungen, die im Laufe mehrerer Jahre entstehen. Die Ablagerungen entstehen innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen. Oft verschwinden die Ablagerungen im Sommer und kommen manchmal im nächsten Winter wieder. Im Winter 1995/96 trafen die ersten Anfragen beim Umweltbundesamt nach den Ursachen dieser Ablagerungen ein. Während man damals zunächst ratlos davor stand, sind heute zumindest die grundsätzlichen Zusammenhänge bekannt. 1997 wurde vom Institut für Wasser, Boden und Lufthygiene des Umweltbundesamtes eine Fragebogenaktion bei Gesundheits- und Umweltämtern durchgeführt. Es wurden das Auftreten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Phänomens erfragt. Erfasst und ausgewertet wurden insgesamt 132 Fälle. Einige Punkte in Stichworten:
· Die Staubablagerungen traten in über 90% aller Fälle während der Heizperiode auf.
· Die Wohnungen waren entweder neu gebaut oder kurz vorher renoviert worden.
· Häufig verschwanden die dunklen Stellen im nächsten Sommer, um manchmal in der darauffolgenden Heizperiode erneut aufzutreten.
Die Analyse der Ablagerungen ergaben fast nie Hinweise auf vermehrte Verbrennungsrückstände (Ruß- und PAK-Analysen waren negativ). Stattdessen fand man vielfach höhersiedende organische Verbindungen, wie Weichmacher, langkettige Alkane, Alkohole und Carbonsäuren in den Ablagerungen.
Mögliche Ursachen für das Phänomen wurden aus der Fragebodenaktion gefolgert: Beim Bau bzw. der Renovierung der Wohnungen wurden Produkte eingesetzt, die höhersiedende organische Verbindungen (“SVOC”; semivolatile organic compounds) an die Raumluft abgeben. Die Konzentration dieser Verbindungen in der Raumluft ist im Winter (Heizung an und weniger Lüftung) besonders hoch. Die SVOC werden an vorhandene Staubpartikel in der Luft angelagert und diese setzen sich dann unter bestimmten Umständen an den o.g. Oberflächen ab. Die SVOC in der Raumluft sind der erste und wichtigste Schritt in der Ursachenkette, sie alleine genügen aber noch nicht, um auch tatsächlich Ablagerungen zu verursachen. Weitere Faktoren sind:
· Bauliche Gegebenheiten (Wärmebrücken, Risse und andere)
·(Verwendung zusätzlicher Emissionsquellen für SVOC wie Öllämpchen und Kerzen, Lüftungsverhalten)
· sonstige raumklimatische und Witterungseinflüsse wie Luftfeuchtigkeit, Elektrostatik der Luft.
Die Thermik im Raum (Warmluftbewegung) spielt also eine Rolle und elektrostatisch geladenen Oberflächen begünstigen den Effekt.
Die Verwendung von emissionsarmen bzw. emmisionsfreien Produkten senkt das Risiko des Auftretens. Da der wichtigste Faktor die SVOC sind, ist deren Vermeidung natürlich entsprechend ausschlaggebend. Renovierungen führt man außerdem am besten im Frühjahr durch. Anfängliche Ausgasungen neuer Produkte sind dann bis zur nächsten Heizperiode und deren negativen klimatischen Einflüssen unter Umständen schon weg.

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