Gips – Ein vielseitiger Baustoff und Rohstoff
Gips ist ein mineralischer Rohstoff, der aus Calciumsulfat (CaSO₄ · xH₂O) besteht und sowohl in der Natur vorkommt als auch industriell hergestellt wird. Er wird aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften in der Baubranche, Medizin, Kunst und Industrie eingesetzt.
Herkunft und Gewinnung von Gips
🔹 Natürlicher Gips:
- Gipsstein (CaSO₄ · 2H₂O) – wasserhaltiges Calciumsulfat.
- Anhydrit (CaSO₄) – wasserfreies Calciumsulfat, das unter bestimmten Bedingungen zu Gips reagieren kann.
- Natürliche Vorkommen sind weltweit verbreitet, z. B. in Deutschland, Spanien, den USA und China.
🔹 Industrieller (synthetischer) Gips:
- Nebenprodukt aus industriellen Prozessen, z. B. aus der Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken.
- Auch als REA-Gips (Rauchgas-Entschwefelungs-Gips) bekannt.
- Hohe Reinheit und vergleichbare Eigenschaften wie Naturgips.
Eigenschaften von Gips
✔ Leicht zu verarbeiten – Gips lässt sich gut formen, mischen und verarbeiten.
✔ Schnelle Aushärtung – Gips bindet durch Kristallisation schnell ab.
✔ Brandschutzfähig – Enthält gebundenes Wasser, das beim Erhitzen verdampft und so feuerhemmend wirkt.
✔ Gute Feuchtigkeitsregulierung – Gips nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab.
✔ Geringe Schrumpfung – Minimale Volumenänderung beim Trocknen.
Verwendung von Gips
🏗 Bauwesen:
- Gipskartonplatten – für Wände, Decken und Trockenbau.
- Gipsputz – glatte Wandbeschichtung für Innenräume.
- Estrich auf Gipsbasis – für Fußböden und Schallschutz.
- Formteile und Stuck – dekorative Gestaltungselemente.
🎭 Kunst & Modellbau:
- Herstellung von Skulpturen, Formen und Reliefs.
- Gipsbinden für Abformungen in der Bildhauerei.
🏥 Medizin:
- Gipsverbände zur Stabilisierung von Knochenbrüchen.
- Dentalgips für Zahnabdrücke.
⚙ Industrie & Chemie:
- Als Bindemittel in der Zementherstellung.
- Einsatz in Düngemitteln und Bodenverbesserungsmitteln.
Unterschied zwischen Gipsstein und Anhydrit
Eigenschaft | Gipsstein (CaSO₄ · 2H₂O) | Anhydrit (CaSO₄) |
---|---|---|
Wassergehalt | Enthält Kristallwasser | Wasserfrei |
Härte | Weicher (Mohs-Härte 2) | Härter (Mohs-Härte 3–3,5) |
Verarbeitung | Direkt als Baustoff nutzbar | Muss mit Wasser reagieren, um Gips zu bilden |
Anwendung | Bauindustrie, Medizin, Kunst | Estriche, Zementherstellung |
Fazit
Gips ist ein umweltfreundlicher und vielseitiger Werkstoff, der sowohl natürlich als auch industriell gewonnen wird. Aufgrund seiner guten Verarbeitbarkeit, Brandschutzeigenschaften und Feuchtigkeitsregulierung ist er in der Baubranche, Kunst und Medizin unverzichtbar.
Gips ist Calciumsulfat und kommt in der Natur als Gipsstein oder als Anhydrit vor.
Beide Mineralien sind in großen Mengen vorhanden. Gips gibt es auch als Nebenprodukt in der Industrie und wird als Bau- und Werkstoff verwendet.
Gipsarten (Baugipssorten nach DIN 1168) und deren Eigenschaften:
Gibsart Trocknung Anwendung
Putzgips zieht schnell an Innenputze
Fertigputzgips 5 Std. Innenputze
Haftgips Innenputze
Stuckgips 8-20 Min. Innenputze und Stuckarbeiten
Ansetzgips schnell Verkleben von Gipskartonplatten
Spachtelgips zieht langsam an Verspachteln von Gipskartonplatten
Fugengips zieht langsam an Verbinden von Gipskartonplatten
Maschinenputzgips zieht langsam an Für Innenputze für die maschinelle Verarbeitung.
Gips, auch als Gipsspat bekannt, ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfate. Seine chemische Zusammensetzung ist Ca[SO₄]·2H₂O, was bedeutet, dass es sich um wasserhaltiges Calciumsulfat handelt. Gips ist in Wasser schwer löslich und hat eine Dichte von 2,31 g/cm³. Er ist farblos, weiß, gelblich, rötlich, grau oder braun und kann Glasglanz, Perlmutterglanz oder Seidenglanz aufweisen.